Landtagswahl in Baden‑Württemberg

Verschiebungen, Skandale und politische Deutungen

Die jüngste Landtagswahl in Baden‑Württemberg hat einige bemerkenswerte Entwicklungen hervorgebracht – sowohl bei den Ergebnissen der Parteien als auch bei der politischen Einordnung des Wahlabends.

CDU legt trotz Skandal zu

Bemerkenswert ist zunächst das Abschneiden der CDU: Die Partei konnte ihr Ergebnis um fast sechs Prozentpunkte verbessern. Das geschah trotz eines Skandals um ihren Kandidaten Manuel Hagel, dem vorgeworfen wurde, eine Minderjährige sexualisiert zu haben.

Die Tatsache, dass die CDU dennoch deutlich zulegt, wirft Fragen auf: Wie stark beeinflussen moralische Kontroversen tatsächlich das Wahlverhalten der CDU-Wählerschaft?

Özdemir gewinnt – trotz Verteidigung Hagels

Die meisten Stimmen konnte am Ende Cem Özdemir für sich verbuchen. Brisant dabei: Özdemir hatte Hagel während der Kontroverse öffentlich in Schutz genommen.

Das Wahlergebnis zeigt einmal mehr, dass politische Skandale nicht zwangsläufig zu unmittelbaren Konsequenzen an der Wahlurne führen.

Die Grünen in Baden‑Württemberg: Ein Sonderfall

Die Grünen bleiben im Südwesten ein politischer Sonderfall. Baden‑Württemberg gilt seit Jahren als ihr stärkstes Bundesland und weist eine besondere Wählerstruktur auf.

Deshalb erscheint es gewagt, aus diesem Ergebnis Rückschlüsse auf eine bundesweite Stärke der Partei zu ziehen. Zudem lohnt sich ein Blick auf die Wählerbewegungen: Per Saldo haben die Grünen rund 150.000 Stimmen an die CDU verloren.

deutliche zunahme am rechten Rand

Deutlich zulegen konnte auch die sogenannte Alternative für Deutschland, die ihr Ergebnis um knapp neun Prozentpunkte auf 18,6 % steigern konnte.

Bemerkenswert: Ihr Kandidat trat gar nicht für einen Landtagssitz an, sondern lediglich für den Posten des Ministerpräsidenten. Trotz dieser ungewöhnlichen Konstellation gelang der Partei ein kräftiger Stimmenzuwachs.

Auch der zuvor diskutierte Vetternwirtschafts‑Skandal innerhalb der Partei scheint den Rechtsextremisten nicht geschadet zu haben. Für viele Beobachter bestätigt sich damit erneut die Einschätzung, dass moralische oder inhaltliche Kontroversen bei einem Teil ihrer Wählerschaft kaum Einfluss auf die Wahlentscheidung haben.

SPD weiter im Niedergang

Für die SPD setzt sich hingegen eine Serie enttäuschender Wahlergebnisse fort. Die Partei wirkt zunehmend wie ein Schatten ihrer früheren Stärke.

Innerhalb der Partei werden deshalb erneut Personaldebatten lauter. Kritiker fordern einen Rücktritt von Parteichef Lars Klingbeil und sehen Verteidigungsminister Boris Pistorius als möglichen neuen Hoffnungsträger.

FDP verliert weiter an Bedeutung

Besonders bemerkenswert ist der Niedergang der FDP im Südwesten. Baden‑Württemberg galt lange als eines der klassischen Stammländer der Liberalen.

Heute spielt die Partei dort kaum noch eine Rolle. Für manche Beobachter ist das ein alarmierendes Zeichen: Eine funktionierende Demokratie brauche eine starke liberale Kraft. Kritiker werfen der FDP allerdings vor, sich zuletzt zunehmend von klassischem Liberalismus entfernt und stärker rechtslibertäre Positionen vertreten zu haben.

Leichte Zugewinne für die Linke

Die Linke konnte leicht zulegen. Beobachter gehen davon aus, dass ein stärkerer Zugewinn möglich gewesen wäre.

Am Ende entwickelte sich der Wahlkampf jedoch zu einem Zweikampf zwischen Özdemir und Hagel, was viele progressive Wählerinnen und Wähler dazu veranlasste, taktisch gegen Hagel zu stimmen.

Medienkritik am Wahlabend

Kritik gab es auch an der Berichterstattung der öffentlich‑rechtlichen Sender. In den Wahlstudios von ARD und ZDF wurden die rechtsextreme vom Verfassungsschutz beobachtete sogenannten Alternative für Deutschland ohne zusätzliche politische Einordnung auf Augenhöhe mit anderen Parteien interviewt.

Für manche Beobachter wirft das die Frage auf, wie Medien mit Parteien umgehen sollten, die von politischen Gegnern und Teilen der Öffentlichkeit als extremistisch eingeordnet werden – insbesondere an Wahlabenden, wenn politische Bewertungen häufig zurückhaltender formuliert werden.


Insgesamt zeigt die Wahl in Baden‑Württemberg eine politisch stark fragmentierte Landschaft: Während einige Parteien Zugewinne verbuchen, ringen andere um ihre politische Relevanz. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie stark Skandale, strategisches Wählen und mediale Darstellung das Ergebnis letztlich beeinflusst haben.

Donald Trump, der irre König 2.0

„Winter Is Coming – Und mit ihm ein weiterer Tweet von König Donald dem Unberechenbaren“

Von ncws, Hofnarr der digitalen Ära

Liebe Untertanen des Reichs der Endlosen Skandale, willkommen zurück in unserer geliebten Serie „House of the Orange“ – einer Tragikomödie, in der die Mauer nicht aus Eis, sondern aus leeren Versprechungen besteht, und der „Eiserne Thron“ durch einen goldverchromten Klotisch ersetzt wurde. Während wir in Game of Thrones noch über den Wahnsinn von König Aerys II. („Der Irre König“) staunten, der seine Untertanen bei lebendigem Leib verbrennen ließ, weil er „Stimmen in den Flammen“ hörte, haben wir heute das Glück, einen Monarchen zu erleben, der stattdessen Twitter-Stürme entfesselt – weil er „Stimmen in den Fox News-Tickern“ hört.

„Burn Them All!“ – Die Kunst der diplomatischen Brandstiftung

Aerys Targaryen war bekannt für seine paranoide Fixierung auf Verrat und seine Vorliebe, Leute einfach in Brand zu setzen. Donald Trump hingegen hat eine elegantere Methode entwickelt: Er entlässt sie erst per Tweet, bevor er sie symbolisch verbrennt – meist in Form eines Spottnamens („Sleepy Joe“, „Crooked Hillary“, „Rocket Man“). Wo der Irre König noch mit Wildfeuer hantierte, setzt Trump auf Wild-Tweets – gleicher Zerstörungswille, nur mit weniger Geruchsbelästigung.

Und während Aerys’ letzte Worte angeblich „Burn them all!“ waren, lautet Trumps Motto eher: „Believe me, folks, nobody burns like me. The best burns. Tremendous burns.“

„You Win or You Die“ – Die Trump’sche Version der Politik

In Game of Thrones ging es um Macht, Intrigen und das nackte Überleben. In House of the Orange geht es um… nun ja, auch um Macht, Intrigen und das nackte Überleben – nur dass hier die Intrigen meist aus „Ich kenne die besten Intrigen, wirklich, die allerbesten“ bestehen und das Überleben davon abhängt, ob man es schafft, nicht als „total loser“ oder „enemy of the people“ gebrandmarkt zu werden.

Wo Cersei Lannister noch mit Wein und sanfter Manipulation regierte, setzt Trump auf Fast Food und harte Fakten (die er sich selbst ausdenkt). Und während Tywin Lannister seinen Kindern beibrachte, dass „ein Löwe nicht seine Krallen wetzt, während er brüllt“, hat Trump die Kunst perfektioniert, beides gleichzeitig zu tun – meist um 3 Uhr morgens.

„The Wall“ – Oder: Wenn ein Bauprojekt zum nationalen Trauma wird

Aerys träumte von einer Welt, in der er alle Feinde verbrennen könnte. Trump träumte von einer Mauer, die… nun, eigentlich niemandem etwas nützt, außer Bauunternehmern und Memes. Während die Night’s Watch jahrhundertelang die echte Mauer gegen die Weißen Wanderer verteidigte, verteidigt Trump seine imaginäre Mauer gegen… karavaneweise „sehr böse Menschen“ (die in Wahrheit meist nur vor noch böseren Menschen fliehen).

Und wo Jon Schnee noch sagte: „Die Mauer schützt uns alle“, twittert Trump: „Die Mauer wird großartig sein, glauben Sie mir. Die beste Mauer. Mexico wird zahlen. Sie lachen jetzt, aber wartet ab.“ (Spoiler: Mexico hat nicht gezahlt. Und die Mauer sieht aus wie ein überteuertes Lego-Projekt.)

„Chaos ist eine Leiter“ – Aber nur, wenn man keine Ahnung hat, wie man klettert

Petyr Baelish verstand, dass Chaos Chancen schafft – für klugere Köpfe. Trump hingegen scheint zu glauben, Chaos sei die Chance. Warum sonst würde er:

  • Handelskriege führen wie ein betrunkener Schwarzhändler auf dem Fleabottom-Markt?
  • Bündnisse zerstören, als wären sie aus Dracarys-Feuer gemacht?
  • Wissenschaft leugnen, als wäre sie eine Rote Priesterin, die ihm die Wahrheit über seine Haarfarbe verrät?

Aerys hörte Stimmen. Trump hört Sean Hannity. Beide endeten damit, dass ihre eigenen Leute sie loswerden wollten – nur dass Trump (bisher) ohne Jamie-Lannister-Moment davongekommen ist. Vielleicht, weil niemand mutig genug ist, ihm den Goldenen Twitter-Stuhl zu entreißen.

„Valar Morghulis“ – Alle Menschen müssen sterben (aber erst nach der nächsten Wahl)

Am Ende von Game of Thrones starb der Irre König durch die Klinge seines eigenen Beschützers. Trump hingegen hat es geschafft, dass selbst seine Gegner ihn nicht loswerden – nicht durch Impeachment, nicht durch Anklagen, nicht einmal durch vier Jahre ununterbrochener Peinlichkeit.

Vielleicht, weil er das ultimative Game of Thrones-Zitat verinnerlicht hat:
„Ein Löwe hat keine Freunde, nur Untertanen – oder Feinde.“
(Und wenn alle Untertanen zu Feinden werden? Dann erfindet man einfach neue Untertanen.)

Fazit: „Winter Is Coming“ – Aber der König träumt von Sommer in Mar-a-Lago

Während Westeros sich auf den Langen Winter vorbereitet, bereitet sich Amerika auf den Langen Wahlkampf vor – eine Zeit, in der Fakten zu „Fake News“ werden, Verbündete zu „globalistischen Eliten“ und jeder, der widerspricht, zu einem „deep state“-Verschwörer.

Doch keine Sorge, liebe Leser: Egal, wie viele Dragons (oder indictments) auftauchen – König Donald der Unerschütterliche wird weiterregieren, bis die letzte Covfefe-Tasse getrunken ist.

Und falls nicht? Nun, wie Tyrion Lannister so schön sagte:
„Man gewinnt den Thron nicht mit Tugend. Man gewinnt ihn mit Twitter-Fingern und einer goldenen Toilette.“

In diesem Sinne: Möge der Algorithmus mit euch sein.


Was denkst du? Sollten wir Trump den „Irren König 2.0“ nennen – oder ist das eine Beleidigung für Aerys? Schreib’s in die Kommentare! (Aber pass auf, sonst blockt er dich.) 🔥👑

Quo vadis, Deutschland?

Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen

Die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen werfen nicht nur für die Region, sondern für ganz Deutschland drängende Fragen auf. Die politischen Entwicklungen in diesen beiden Bundesländern erinnern in beunruhigender Weise an die frühen Wahlerfolge der NSDAP in der Weimarer Republik. Damals, wie heute, zeichnete sich eine gesellschaftliche Radikalisierung ab, ausgelöst durch wirtschaftliche Unsicherheit, eine tiefe Kluft zwischen Stadt und Land sowie ein verbreitetes Misstrauen gegenüber den etablierten Parteien.

Vergleich zu den NSDAP-Wahlerfolgen

Ein Vergleich zu den ersten Wahlerfolgen der NSDAP lässt sich vor allem in der Art und Weise ziehen, wie extremistische Kräfte es schaffen, sich als vermeintliche „Alternative“ zum bestehenden politischen System darzustellen. Die NSDAP nutzte die Schwäche der Weimarer Republik, um sich als starke Kraft gegen das „Versagen“ der etablierten Politik zu inszenieren. Ähnlich scheint es heute zu sein: Populistische Parteien, vor allem aus dem rechten Spektrum, nutzen die Unsicherheit und das Unbehagen vieler Bürger, um sich als Retter eines vermeintlich bedrohten Deutschlands zu präsentieren.

Demokratie heutzutage mehr gefestigt?

Doch bei aller Vergleichbarkeit muss auch bedacht werden, dass die historischen und gesellschaftlichen Bedingungen heute andere sind. Die Demokratie in Deutschland ist deutlich gefestigter als in den 1930er Jahren. Dennoch ist die Gefahr einer weiteren Radikalisierung nicht zu unterschätzen. Es gilt daher, aus der Geschichte zu lernen und entschieden gegen politische Kräfte vorzugehen, die spalten und extremistische Positionen fördern.

Wilder Aktionismus vor den Wahlen

Derzeit scheinen sich die übrigen Parteien in wildem Aktionismus gegenseitig überbieten zu wollen. Es werden neue Gesetze zur Sicherheit oder dem Umgang mit Asylbewerbern gefordert, obwohl das bestehende Rechtsarsenal nachweisbar nicht angewendet wird. Es in scheinbar wahllos in Gesellschaft und der Arbeitswelt gut integrierte Menschen abgeschoben, um gewisse Quoten zu erfüllen. Während die Menschen, die eher an Sozialleistungen Interesse als an der Gestaltung unseres Landes zeigen, sich geschickt der Abschiebung entziehen.

Prüfstein für Deutschland

Diese Landtagswahlen könnten zu einem Prüfstein für die Zukunft der deutschen Demokratie werden, ähnlich wie die frühen Wahlerfolge der NSDAP ein Vorbote für das Unheil waren, das folgen sollte. Ein entschlossenes, demokratisches Handeln aller politischen Akteure und der Zivilgesellschaft ist jetzt mehr denn je gefragt.

Nie wieder ist jetzt

Zu dem Thema habe ich folgenden Songtext geschrieben, welcher hier auch vertont wurde.

Den Falschen zugehört,
und nun völlig verwirrt.
Wer jetzt aufgibt,
wird alles verlieren.

Leere Wahllokale,
Stimmen, die verfallen,
Ideale sind vergessen,
Keiner will mehr handeln.

Nie wieder ist jetzt,
wenn wir schweigen, verlieren wir alles.
Nie wieder ist jetzt,
auch deine Stimme zählt. (Nie wieder ist jetzt!)

Keine falschen Versprechen,
Vertrauen wir auf uns,
Wir haben die Macht,
wir müssen es nur wollen.

Lass dich nicht aufhetzen,
von falschen Leuten rundherum.
Lass dich nicht verletzen,
bleibe nie-nie-niemals stumm.

Nie wieder ist jetzt,
wenn wir schweigen, verlieren wir alles.
Nie wieder ist jetzt,
auch deine Stimme zählt. (Nie wieder ist jetzt!)

Die Zukunft liegt in unseren Händen,
Lass uns den Lauf der Dinge wenden. (deine Stimme zählt)
Wir sind mehr, wir haben Macht,
Gemeinsamkeit erwacht. (deine Stimme zählt)

Nie wieder ist jetzt,
wenn wir schweigen, verlieren wir alles.
Nie wieder ist jetzt,
auch deine Stimme zählt. (Nie wieder ist jetzt!)

Nie wieder ist jetzt,
Unity, justice and freedom.
Nie wieder ist jetzt,
wir brauchen keinen neuen Führer.